Biogerechte Agrarpolitik
und Umweltvorsorge

von Univ.-Prof. Dr. Hans Bach, Schilierbach

 

Mit der kürzlich erfolgten Zusammenlegung des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft und des Umweltministeriums in der neuen Regierung ist ein Zeichen gesetzt worden, das Beachtung verdient - wird doch damit dem untrennbaren Zusammenhang zwischen Agrar- und Umweltpolitik Rechnung getragen.

Es fügt sich zudem gut, dass die Leitung dieser beiden Ministerien in der Hand einer Persönlichkeit liegt, wie es der "g'studierte Bauer" Mag. Wilhelm Molterer einer ist, der fachlich überaus befähigt ist und auch ganzheitlich denkt. Das "ganzheitliche Denken" hat er sich in seinem Studium der Sozialwirtschaft an der Universität in Linz erworben, wo er auch als Assistent am "Institut fürAgrarpolitik, Landentwicklung und Umweltschutz" tätig war, bevor er von Dr. Josef Riegler nach Wien geholt wurde.

Ein enger Zusammenhang zwischen Agrarwirtschaft und Umwelt und damit zwi-schen Agrar- und Umweltpolitik ergibt sich schon aus der Tatsache, dass 4/5 des gesamten Grund und Bodens agrawirtschaftlich genutzt werden, wobei neben dem Ackerbau und der Viehzucht auch der Waldbau dazugehört.

Ganzeitlich gesehen ist es erforderlich, die Gesamtheit der agrarischen Funktionen zu berücksichtigen, die wirtschaftlicher und auch überwirtschaftlicher Art sind.

Zwar bleibt die Aufgabe derAgrarwirtschaft, die Bevölkerung zuverlässig mit möglichst billigen und qualitativ einwandfreien Nahrungsmitteln zu versorgen, grundlegend wichtig, jedoch treten in der weltweiten Umweltkrise, in der wir uns befinden, immer mehr auch die überwirtschaftlichen Funktionen der Agrarwirtschaft in den Vordergrund, nämlich die Erhaltung und Pflege der von der bäuerlichen Landwirtschaft geschaffenen Kulturlandschaften und die Bewahrung des ökologischen Gleichgewichts.

Ist es schon hinsichtlich unserer Ernährung nicht gleichgültig, wie und mit welchen Mitteln die Agrarproduktion betrieben wird, ob in bäuerlichen Familienbetrieben (wozu auch die Nebenerwerbsbetriebe gehören) oder in industriell geführten, großflächigen Monokulturen und Massentierhaltungen, so gilt das erst recht für die "überwirtschaftlichen" aber raumwirksamen Funktionen des Agrarbereiches. Freilich müssen aber diese auch anerkannt und abgegolten werden. Dafür setzt sich unser Agrar- und Umweltminister Molterer nicht nur in Österreich, sondern auch im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft erfolgreich ein.

Eine "biogerechte"Agrarwirtschaft und Agrarpolitik, die den Erfordernissen der Natur und des Menschen entsprechen und die vor allem in den bewußt biologisch denkenden und handelnden Bauernfamilien getragen werden und eine versorgende Umweltpolitik haben, haben ein Ziel gemeinsam: Die Nachhaltigkeit! Aber Nachhaltigkeit heißt, an die Zukunft denken!

Wir müssen uns bewußt sein, daß wir gegenwärtig - hier und jetzt, jeder an seinem Ort und nach seiner Möglichkeit - die Zukunft mitgestalten.

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